Maria hat Halsschmerzen im Bett.
Ich: Ich hab mir eine Tablette geholt.
Mann: Sind das die Richtigen?
Ich (dreht die Packung von links nach rechts): Hmm, schon.
Mann: Sicher?
Ich: Die haben schon so ausgesehen. Und Halstabletten sehen doch immer so aus. Das müssten sie sein.
Und wie optimistisch sie ist, wenn sie die Lutschtablette mit den Worten: “Das müssten sie sein” in den Mund wirft …
Der abendliche Essensplan… oder sowas.
Ich: Brauchen wir sonst noch was?
Mann: Nein, nicht dass ich wüsste. Aber du musst nicht extra dafür gehen, ich kann das auch auf dem Heimweg holen.
Ich: Ich will mir aber auch Red Bull aus’m Rossmann holen. ERWISCHT!
Mann: Du Suchti!!!! (bring mir auch welchen mit)
Mann erzählt von seinem Arbeitskollegen.
Mann: Der war letztes Jahr acht Mal auf der Wiesn…
Ich: Ja, würgs mir rein.
Mann: Na, der hat ja auch keine Kinder.
Ich: JAAAA, würgs mir rein.
Mann: Oh, ich meinte das nicht böse. Ich wollte es dir nur erzählen, weil der morgen auch mitgeht.
Ich: JA, tu es. Würg. Es. Mir. Rein.
Zum besseren Verständnis: Wie oft war mein Mann dieses Jahr auf der Wiesn mit seinen Kollegen? Ich war nur etwas … sehnsuchtsvoll *g*.
Auf dem Weg zur Schwägerin, die unser Kind hüten wird.
Mann: Oh, die Katze von Ines sollte ich heute vielleicht lieber nicht überfahren.
Nachts um halb fünf. Wir hatten gerade einen betrunkenen Anhalter vom Volksfest mitgenommen, der uns in die engste und dunkelste Seitenstraße führen wollte, die man sich vorstellen kann. Sicherlich nicht mit bösen Absichten, aber trotzdem … das war schon dunkel. Wir haben ihn dann weiter vorne rausgelassen und sind anschließend nach Hause gefahren. Ein kurzes Gespräch beim Wenden in der dunklen Seitenstraße.
Mann: Steig schon mal aus, dann park ich.
Ich: Und wenn mich dann jemand wegschnappt?
Mann: Dann überfahr ich ihn.
Ich: Okay.
Auch sehr geil: “Gespräche” zwischen meinem Kind und mir …
Ich: Sag mal Mama …
Kind: Papa da ja
Ich: Sag Mama
Kind: Baba
Ich: Mama
Kind: Baba
Ich: Ja, genau. Papa und Mama zusammen.
Kind: Papa da ja
Jeder Mensch hat so sein eigenes Einschlaf-Ritual. Mein Mann legt sich auf seine “hörende” Seite und schläft in Ruhe ein. Ich lese und das Rascheln der Buchseiten oder das Licht stören ihn dadurch nicht. Gestern liegt mein Mann auf der anderen Seite und stiert mich freundlich, aber totmüde an. Nachdem ich schon 20 Minuten geredet hatte … über, ich weiß gar nicht … aber es war bestimmt wichtig.
Mann: Das Experiment beginnt.
Ich (irritiert): Welches Experiment denn?
Mann (grinst müde)
Ich (neugierig): Wie lange DU zum Einschlafen brauchst?
Mann (brummt)
Ich (neugierig): Wie lange ICH zum Einschlafen brauche?
Mann (brummt): Nein. Wie lange du mich vollquatscht, wenn ich heute mal auf dieser Seite liege.– Pause –
(Ich lese weiter, schiele dabei aber immer wieder zu meinem Mann. Der guckt zurück. Grinst leicht. Wie soll ich denn dabei still bleiben?)Ich (absolut liebenswürdig): Schaaaatz?
Mann (nichtsahnend): Hmmm?
Ich (immer noch zuckersüß): Drehst du dich uuuum, bitte? *klimper*
Mann (irritiert): Warum?
Ich: Weil du auf dieser Seite hören kannst, wie ich die Seiten umblättere. Und das Licht wird dich stören. Irgendwann. Bestimmt.
Mann (brummt): Da will man einfach auf der Seite einschlafen … aber nein!– Pause –
(20 Sekunden vergehen. Mann schläft. Weiterlesen.)
Die Sonne brennt und ich entspann mich auf dem Liegestuhl bei meinen Schwiegereltern. Mein Schwager sitzt neben mir und hält konzentriert Stift und Zettel in der Hand.
Schwager: Maria?
Ich: Ja?
Schwager: Stell mir mal eine Frage.
Ich (irritiert): Was denn für eine Frage?
Schwager: Irgendeine leichte Frage.
Ich: Ja, was denn für eine?
Schwager: Irgendwas einfaches.
Ich: Hmm, okay. Und wofür?
Schwager: Ich programmiere einen Quiz!
Ich: Was hast du denn bislang für Fragen?
Schwager: Etwas mathematisches. Sowas wie 1+3=?
Ich: Okay, auf dem Niveau also? Dann frag doch, welche Farbe der Himmel hat.
Schwager: Nein, irgendwas anderes. Das ist doof.
Ich: DIE Frage findest du doof? Dann frag, wie die weiblichen Schweine heißen.
Schwager: Und wie heißen die?
Ich: Sau.
Schwager: Ne, das ist auch nicht gut.
Ich (seufzt)
Von dem Quiz-Erlebnis erholt, sitze ich nichtsahnend Zuhause am Laptop und werde per Facebook von meinem Schwager angeschrieben.
Schwager: Maria?
Ich: Ja?
Schwager: Kannst du mir beim Wörter suchen helfen?
Ich (irritiert): Was denn für Wörter?
Schwager: So alltägliche Wörter.
Ich: Du musst schon genauer werden. Wofür brauchst du die Wörter denn?
Schwager: Ich programmiere eine Art Wörterbuch. Da sollen allgemeine Wörter mit Beschreibung beschrieben werden.
Ich (verdutzt): Dann nimm doch ein Wörterbuch aus dem Regal und such dir dort Wörter raus mit Beschreibungen. Ich bin doch kein wandelndes Wörterbuch und rede über jedes einzelne Wort, das es gibt.
Schwager: Ich sag dir einfach mal ein Wort und du beschreibst das dann, ok?
Ich (entsetzt): Ehh, nein! Such das Wort im Internet oder nimm ein Wörterbuch. Ich beschreibe dir jetzt nicht stundenlang Wörter.
Schwager: Nicht stundenlang. Nur ganz kurz.
Ich (lacht): GNA! Na gut, drei Wörter. Komm!
Schwager: Ok. Das erste Wort ist IP.
Ich: IP ist die Abkürzung von Internet Protocol und ein weit verbreitetes Netzwerkprotokoll im Internet.
Schwager: Ok. Das zweite Wort ist World of Warcraft.
Ich: World of Warcraft ist ein Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel (kurz: MMORPG) von Blizzard Entertainment.
Schwager: Ok. Das dritte Wort ist Online-Rollenspiel.
Ich: Online-Rollenspiel bedeutet, dass man ein Spiel ausschließlich über das Internet spielen kann.
Schwager: Ok. Diese Erklärungen sind nicht für mich, sondern für eine, für die ich dieses Programm mache.
Ich: Kein Problem. Macht 20 Euro.
Ein Ehepaar liegt im Bett; es ist 01:30 Uhr … Mal wieder ein netter Auszug davon, wie ich es schaffe, mich selbst zu verwirren. Ich kann das gut.
Mann: Morgen müssen wir das Auto fertigmachen.
Ich: Heute.
Mann: Morgen.
Ich (blickt auf den Wecker): Heute!
Mann: Ja, stimmt. Ist ja schon Mittwoch.
Ich (schmunzelnd): Genau.– Pause –
Ich (verwirrt): Wann war denn Dienstag?
Mann (lacht): Gestern?
Ich: (irritiert): Ich kann mich gar nicht erinnern… nur an Montag und an heute.
Mann (lacht immer noch): Heute ist doch Dienstag.
Ich: Oh Gott. Ich hab mich gerade selbst verwirrt.
Mann (hört nicht mehr auf zu lachen): …
Ich (lacht): Ich wusste noch, was ich Montag gemacht habe … und auch alles von heute. Aber der Dienstag hat mir gerade gefehlt. Ich wollte doch dich verwirren und nicht mich.
Mein lieber Schwager schreibt mich oft via Skype- oder Facebook-Chat an. Dabei hat es in der Vergangenheit schon öfter niedliche sprachliche Verwechslungen gegeben.
Schwager: Ich habe auf Youtube deine Videos von Raik gesehen. Die sind komisch.
Ich: Warum komisch?
Schwager: Ja, ich finde sie komisch.
Ich: Das sind private Videos von Raik, was ist denn daran komisch?
Schwager: Versteh mich nicht falsch, die sind einfach komisch, finde ich.
Ich (gereizt): Das sind doch meine privaten Familienvideos, die ich hochlade, um sie Freunden zu zeigen.
Schwager: Trotzdem sind sie irgendwie komisch.
Ich (sauer): Wenn du die Videos so komisch findest, dann schau sie dir eben nicht an. Ich mag die Videos!
Schwager: Doch, ich guck mir die gerne an.
Ich (verwirrt): Hä? Ich denk, du findest sie komisch?
Schwager: Ja, sie sind lustig.
Ich: Arg! Dann schreib lustig oder witzig und nicht komisch… grmph.
Müde kann schon ein sehr überwältigendes Gefühl sein.
Ich: Goooott, bin ich müde!
Mann: Sag doch mal was enthusiastisches. Sowas wie “toll” oder “super” oder “ich freu mich”.
Ich: Toll, wie sehr ich mich auf’s Schlafen heute Abend freue. Super, dass es nicht mehr so lange dauert. Ich freue mich, dass es schon fast 15 Uhr ist. So in etwa?
Huch …
Ich: Wie spät ist es?
Mann: Halb fünf.
Ich: Was?? Hab ich gerade wirklich zwei Stunden geredet? Oh mein Gott … Entschuldige!! Faszinierend, dass ich so lange reden kann und dir sogar ganz viel erzähle, was du noch nicht gehört hast. Ich hab ja wirklich jedes Thema abgegrast, oder? Familie, Rückblick, Arbeit, Kollegen und zwei Filmvorschauen …
Mann: Überrascht dich das etwa?
Ich: Ja!
Mann: Mich nicht …
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Ein schöner Start in den Tag. Ich musste bei vielem lachen :)
Mehr davon bitte!
Hallo Fabian,
danke für deinen netten Kommentar. :) Ich bin bereits am Sammeln, mal schauen, wann ich genug Zeug für den zweiten Teil vom Kommunikations-Fail zusammen habe. :)
Liebe Grüße
Sharlet